Geschmacksintensiv, saftig und zart, so wird Wildfleisch häufig beschrieben. Grundsätzlich werden als „Wild“ alle Tierarten bezeichnet, die in der freien Wildbahn leben und dem Jagdrecht unterliegen. Viele Arten werden heute auch als landwirtschaftliche Nutztiere gehalten. Tiefgekühltes, im Handel erhältliches Wildfleisch kommt fast immer aus landwirtschaftlicher Gatterhaltung.
Während in Italien hauptsächlich Hirsch, Kaninchen und Wildschwein gegessen werden, stehen in Deutschland gelegentlich auch Bison, Fasan und Flugente auf dem Speiseplan. Vor allem das Fleisch von jungen Tieren ist beliebt. Es ist leicht verdaulich und damit optimal als Schon- und Diätkost geeignet, denn Wild hat im Gegensatz zu Schwein und Rind einen sehr geringen Fettgehalt (Rind ca. 4,5g Fett pro 100g Fleisch/ Reh ca. 1,25g Fett pro 100g Fleisch). Zudem gilt Wild nach wie vor als natürliches und unverfälschtes Nahrungsmittel und ist meist frei von chemischen Schadstoffen. Mitte September, zu Beginn der italienischen Jagdsaison, ist die Zeit des Kleinwildes. Hierzu zählen Hasen, Wachteln und Rebhühner. Ab dem 01. November eines jeden Jahres dürfen in Italien offiziell Wildschweine gejagt werden. Besonders weit verbreitet sind sie in den ländlichen Gegenden der Toskana. Sogar Feste wie das sagre del cinghiale, das Fest des Wildschweins, werden zu ihren Ehren gefeiert. Ähnlich wie bei uns in Deutschland wird auch in Italien das Wildfleisch häufig mit Gewürzen wie Thymian, Lorbeer oder Rosmarin zubereitet und in Rotwein eingelegt. Serviert wird das Fleisch meist ohne Sättigungsbeilage (Kartoffeln, Pasta etc.), nur mit Gemüse, welches Bestandteil der dickflüssigen Bratensauce ist. Während wir in Deutschland zahlreiche Zubereitungsmethoden wie spicken, beizen und garen kennen, ist in Italien das Spicken am weitesten verbreitet. Häufig wird das Wildfleisch mit Prosciutto oder italienischem Speck (Pancetta) umwickelt.
Zu einem guten Essen gehört auch das passende Getränk. Wildfleisch sollte am besten von einem kräftigen und körperreichen Rotwein begleitet werden. Für Liebhaber des Gerstensaftes empfiehlt sich ein frisches, malziges, dunkles Bier.






































