Sicilia

Süsse Dessert-Träume

In Sizilien wird sehr facettenreich gekocht. Es ist unmöglich, die regionale Kochkunst auf nur eine Richtung festzulegen. Köche schlagen im Süden Italiens viele Wege ein, um ans Ziel zu kommen. Es sind gerade die vielen Abzweigungen und Kurven, die ihre Gerichte bestechend und immer wieder überraschend schmecken lassen.

Der Zubereitung von Süßspeisen, das ist auf jeden Fall unbestritten, wird in Sizilien große Aufmerksamkeit gewidmet. Und da wir uns am Ende unserer TRATTORIA-TOUR befinden, haben wir hier unsere Aufmerksamkeit auf die Zubereitung von Desserts gerichtet.

Das sizilianische Feingebäck ist eng mit den ländlichen und religiösen Traditionen der Insel verbunden.

Sizilien ist die Heimat vieler berühmter süßer Köstlichkeiten: Honig und Schokolade aus Modica, Buccellati (Küchlein mit getrockneten Früchten), die berühmte Cassata-Torte oder auch Frutta Martorana (Marzipanfrüchte), das nach dem gleichnamigen Kloster benannt wurde. Nicht zu vergessen die cremigen Cannoli (kleine mit süßem Ricotta gefüllte Teigröllchen) und die Dolcetti di Riposto – eine süße Verführung aus Mandeln und Marzipan. All diese Süßwaren wurden von den Kulturen der verschiedenen Völker beeinflusst, die im letzten Jahrtausend auf der Insel lebten. So brachten zum Beispiel die Araber Zimt, Zucker und das Rezept für Cassata und Cubaita (eine Art Nougat mit Honig, Haselnüssen und Mandeln oder Pistazien) nach Sizilien. Auch Eiscreme und die beliebte Granita, eine sorbetartige Süßspeise aus gecrushtem, aromatisiertem Eis, gehen auf die arabische Küche zurück.

Einen weiteren bedeutenden Einfluss hatten die Schweizer Confisiers, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Sizilien kamen. Sie brachten nicht nur die Schlagsahne mit, sondern waren auch maßgeblich für den Export des sizilianischen Gebäcks in alle Welt verantwortlich. Cannoli, Cassata, Pignoccata (eine frittiere Süßigkeit aus Teig, Eigelb, Honig und Orangenblütenwasser), Biancomangiare (Mandelsulz) und das Gelo di melone (Wassermelonengelee) gehören heute zu den bekanntesten Desserts der sizilianischen Küche. Aber wer sich ein bisschen umschaut, der entdeckt bald, dass jede Provinz ihre eigenen Spezialitäten hat.

Wie ihre Süßwaren wird auch die restliche Küche Siziliens bestimmt von einer Symphonie aus frischen, verführerischen Aromen. Oft serviert man in Sizilien statt der in Italien üblichen zwei Hauptspeisen nur einen Hauptgang, den so genannten Piatto unico. Dies ist vor allem der Fall, wenn Pasta auf den Tisch kommt, wie zum Beispiel die berühmte Pasta alla Norma aus Catania (mit Tomatensauce, Auberginen und salzigem Ricotta). In den größeren Städten kann man auch rund um die Uhr köstliches „Fastfood“ genießen: Da gibt es Frittiertes, wie Sfinciuni, die palermische Variante der Pizza, oder Focaccia, Hefeteig belegt mit Sardellen und Tomatensauce, mit Käse und Paniermehl überbacken und das mit Milz gefüllte Pane ca’ meusa oder die leckeren Arancini, kleine mit gehacktem Fleisch gefüllte Reißbällchen.

Al Cavalier Roxy

Liebhaber traditioneller Gerichte sind im Ristorante Pizzeria „Al Cavalier Roxy“ genau richtig. Das Lokal liegt im Schatten des Castello Ursino, einer mittelalterlichen Stauferburg, die auch die Speisekarte inspirierte.

Zahlreiche Tische mit hübsch karierten Tischtüchern und eine große Auswahl sizilianischer Spezialitäten, dazu die romantische Lage an einem der malerischsten Plätze Catanias – hier muss man einfach einkehren!

Wie nicht anders zu erwarten, erfreut sich das „Al Cavalier Roxy“ großer Beliebtheit.

Al Cavalier Roxy
Piazza Federico di Svevia 51
95121 Castello Ursino (Catania)
+39 095 340418

Wenn man nicht reserviert hat, kann es schon eine Weile dauern, bis man einen Tisch bekommt. Aber das Warten lohnt sich. Die Speisekarte ist umfangreich und äußerst vielversprechend.

Fangen Sie am besten mit dem großzügigen Antipasti-Buffet an (eine hervorragende Einführung in die traditionelle sizilianische Küche) und probieren Sie auf jeden Fall die Auberginen und die Caponata (gemischtes geschmortes Gemüse).

Auch das gegrillte Pferdefleisch und die berühmten Cipollata (in Speck gerollte Zwiebeln) sollten Sie sich nicht entgehen lassen. Als krönenden Abschluss gönnen Sie sich einen Cannolo mit Ricottacreme: mmmmmh...!

Kleine Warnung: Hier schlemmt man so gerne, dass der anschließende Heimweg mit vollem Magen zu einer echten Herausforderung werden kann.