Kleine Gewürzkunde – Teil 1

Ich habe euch ja bereits einen kleinen Eindruck gegeben, wie die italienische Küche entstand. Doch genug der Theorie und auf einen Sprung in meinen Garten! Von den typisch mediterranen Kräutern wachsen dort Salbei und Rosmarin üppig. Im Frühling sind die weichen, beharrten Salbeiblätter besonders groß. Unser Rosmarin ist ein Bäumchen. Doch welches sind die wichtigsten Kräuter in der italienischen Küche?

Top 10 der Gewürze

Knoblauch läuft außer Konkurrenz. Das Siegerfeld wird dicht gefolgt von Majoran und Gewürznelken. Aber nun der Reihe nach und mit Details.

Basilikum (Kelch- und Laubblätter von Ocimum Basilicum L.): Stammt vermutlich aus Indien. Besitzt ein fein-würziges Aroma. Frisch zu genießen. Passt perfekt zu Tomaten. Ist unentbehrlich in Pesto. Das wohl meistgenutzte Gewürz der italienischen Küche.

Peperoncino oder Pfefferschote (Früchte von Capsicum annuum L.): Ursprünglich in Mexiko beheimatet, von wo sie sich von Portugal aus über die ganze Welt verbreitete. Die getrockneten Schoten werden ganz oder zerkleinert zum Schärfen verwendet. Passen zu Pastagerichten mit Meeresfrüchten und Fischgerichten.

Rosmarin (Laubblätter von Rosmarinus officinalis L.): Wächst wild im westlichen Mittelmeerraum, besonders an der Küste. Die an Tannennadeln erinnernden Blättchen haben ein würzig-herbes Aroma. Verträgt Hitze von Ofen und Grill gut. Passt gut zu Fleisch, Geflügel und Lamm sowie Kartoffeln. In einigen Desserts verwendet.

Kapern (Blütenknospen von Kapparis spinosa L.): Ihre Heimat ist Südeuropa und der gesamte Mittelmeerraum. Roh ungenießbar werden sie in Essig mit Salzlake eingelegt, wodurch sie ihren pikanten Geschmack erhalten. Sie werden auf den Äolischen Inseln (nördlich von Sizilien) und in Südfrankreich angebaut. Kapern am Schluss der Garzeit hinzufügen, damit ihr Aroma erhalten bleibt. Eingesalzene Kapern vor dem Verwenden wässern. Sie passen zu Fleisch und Pastagerichten mit Sardellen.

Salbei (Laubblätter von Salvia triloba L.): Stammt aus dem Mittelmeerraum und wurde von Mönchen nördlich der Alpen verbreitet. Aromatischer Geruch und würziger Geschmack. Hinterlässt im Mund ein leicht pelziges Gefühl. Roh über Salate streuen, im Suppentopf garen oder in Öl braten. Kann auch getrocknet verwendet werden. Passt zu Fleisch, Wild, Geflügel, Fisch und deftigen Suppen.

Thymian (Laubblätter und Blüten von Thymus vulgaris L. oder Echtem Thymian und Thymus zygis L. oder Joch-Thymian): Aus dem westlichen Mittelmeerraum stammend. Thymian wird seit der Antike bis heute als Heilpflanze genutzt. Im Jahr 2006 Arzneipflanze des Jahres. Als Gewürz frisch oder getrocknet verwenden, in Suppen, Fisch- und Fleischgerichten.

 

Stefanie Claus