Kulinarische Generationen: Kochen mit Kindern

Kinder sind bekanntlich große Nachmacher und möchten bei allen Dingen, die Erwachsene tun, mitmachen und fleißig helfen. Das gilt vor allem fürs Kochen. Das war schon vor 150 Jahren so und hat sich in den fünf Generationen, seit es Bertolli gibt nicht geändert. Wenn beim Kochen kleine Küchenhelfer mit anpacken und gemeinsam mit den Eltern oder Großeltern ihren Teil zu einem gelungenen Essen beitragen möchten, können sie nicht nur einiges lernen, sondern haben auch eine Menge Spaß.

Damit das aber ohne überflüssige Diskussionen und Gekreische passieren kann und es nicht zum Desaster in der Küche kommt, haben wir für Euch ein paar nützliche Tipps zusammengestellt. 

Locker bleiben!

Ja, Kochen mit den Sprößlingen kann das Nervenkostüm ordentlich beanspruchen und so richtig anstrengend sein. Die Hoffnung, dass alles läuft wie geplant, sollte man am besten von vorn herein aufgeben und sich seelisch darauf vorbereiten, dass die Küche hinterher aussieht, wie ein Saustall. Deshalb gilt für Mütter und Väter gleichermaßen: Entspannen hilft! Mit der nötigen Ruhe geht alles gleich viel leichter von der Hand. 

Auf die Sicherheit achten!

Safety first: Das oberste Gebot lautet, sicherzustellen, dass Euren Kindern nichts passieren kann. Achtet beim Kochen also darauf, ihnen altersgerechte Aufgaben zu geben, bei denen sie nicht mit gefährlichen Gegenständen hantieren und die sie auch nicht überfordern. Es ist dabei gar nicht so leicht zu entscheiden, was ein Kind schon alles machen kann und was nicht. Manch Vierjährige ist deutlich versierter und weniger chaotisch im Umgang mit Küchenutensilien, als der ein oder andere Sechsjährige. Als kleine Orientierungshilfe dient folgende Auflistung, wobei Euch die Kleinen in welchem Alter am besten zur Hand gehen können:

2 bis 4 Jahre: Gemüse und Obst in einer Schüssel waschen, Zutaten bringen, mit den Händen Teig kneten, zusammen mit Mutter oder Vater im Kochtopf rühren, Pizza oder Kuchen belegen

4 bis 6 Jahre: Zutaten in die Soße gießen, Gewürze oder Kräuter zu­geben, mit Hilfe der Eltern das Handrührgerät halten, Zucker oder Mehl ab­wiegen, weiches Obst mit einem Plastik- oder Buttermesser schnippeln, Tisch decken und abräumen

ab 6 Jahre: Festes Gemüse mit einem kleinen Küchenmesser schneiden, mit einem Sparschäler Karotten, Spargel oder Kartoffeln von ihrer Hülle befreien

Was gar nicht geht: Heiße Töpfe und Pfannen, übermäßig scharfe Messer und sehr scharfe Zutaten bzw. Gewürze, welche die Schleimhäute reizen können.

Sauber bleiben, dann ist Rumsauen erlaubt!

Zum Kochen gehört Hygiene. Ohne übermäßig die Desinfektionskeule zu schwingen, solltet Ihr den Kindern von vorn herein beibringen, sich vor dem Kochen – genau wie vor dem Essen – die Hände zu waschen, um überflüssige Keime im Essen zu vermeiden. Damit das Kochen so richtig Spaß macht, dürft Ihr ihnen im Gegenzug aber auch ruhig erlauben, dass mal was daneben geht. Eine kleine Kinderschürze zum Abwischen der Hände kann helfen, dass das Chaos überschaubar bleibt. Wenn Ihr keine zur Hand habt: Ein altes T-Shirt tuts auch.

Richtige Ausstattung!

Wenn der Sohn oder die Tochter mit dem Kopf so gerade eben über die Arbeitsplatte schauen kann, darauf aber einen Teig kneten soll, dann braucht Ihr ein Hilfsmittel, wie z.B. einen kleinen Tritt. Grundsätzlich gilt: Schafft einen vernünftigen „Arbeitsplatz“ für die Kinder (z.B. ein kleines Beistelltischchen) und achtet darauf, sie so auszustatten, dass das Helfen in der Küche nicht frustrierend wird. Küchenutensilien sollten dabei etwa nicht zu groß für die Hände sein.   

Nicht einfach drauf loskochen!

Kochen ist ein Gesamtkunstwerk und will wohl überlegt sein. Lebt Euren Kindern dies am besten vor, indem Ihr das Kochen auch gemeinsam plant. Einkaufszettel schreiben, Einkäufe zusammen erledigen, zusammen die Aufgabenverteilung und den Ablauf planen und so weiter. So werden viele Kinder schon früh für den Entstehungsprozess eines guten Essens sensibilisiert.

Ein paar Regeln aufstellen!

Auch beim Kochen müssen Kindern Grenzen gesetzt werden. Essen durch die Gegend werfen oder den Aufgabenbereich der Geschwister sabotieren, ist tabu. Ein paar einfache Regeln entfalten eine große Wirkung.

Gemüse verstecken

Machen wir uns nichts vor: Gemüse ist bei vielen Kindern unpopulär und so wird oft lauthals der Wunsch nach Pommes Frites, Spaghetti Bolognese oder Pizza artikuliert. Ab und zu darf man den Kindern auch durchaus diese Freude machen. Dennoch ist eine ausgewogene Ernährung natürlich wichtig für die Entwicklung. Gerade beim Thema Gemüse sind sich kleine Strolche meist überhaupt nicht über dessen Vielfalt bewusst. Zeigt Euren Kindern also gern immer wieder neue, bislang unbekannte Variationen. Nicht alles schmeckt so schlecht, wie Kinder manchmal glauben. Ein beliebter Trick, falls es alles nichts hilft: Gemüse pürieren und unbemerkt in eine Sauce schmuggeln…

Verständnis haben und erklären

Wenn ein Kind etwas trotzdem absolut nicht essen will, zeigt Verständnis. Zwingen und Drohen ist kontraproduktiv. Auch hier gilt: Zuhören und Erklären bringt Euch weiter. „Ich mochte früher auch keine Oliven, aber ich habe sie immer wieder probiert. Jetzt esse ich sie sehr gerne. Ein Glück habe ich das mehr als einmal versucht!“ Apropos:

Kinder motivieren!

Damit die Kinder nicht die Lust am Kochen verlieren, solltet Ihr ihnen auf jeden Fall ein gewisses Mitspracherecht einräumen, was es zu Essen geben soll. Gebt kleinen Küchenhelfern außerdem die Chance, auch wirklich mitzuhelfen und ihre Aufgaben so gut wie möglich selbständig zu erledigen. Das Gefühl, auch wirklich gebraucht zu werden, zeigt ihnen, wie wichtig ihr Zutun dafür ist, dass das Essen auch gelingt und stärkt ihr Selbstbewusstsein. Was Euch dabei hilft: Zeit und Geduld. Siehe dazu auch Punkt 1.

Selber zutaten anbauen!

Frische Zutaten machen Lust auf frisches Kochen. Kinder sind von Natur aus extrem neugierig und haben großen Entdeckerdrang. Der Entstehungsprozess von selbst angebauten Tomaten oder Kräutern ist für Kinder daher ungeheuer spannend und sie lernen frühzeitig, sich mit der Herkunft ihres Essens zu beschäftigen.

Das Auge isst mit!

 Nach dem Kochen demonstriert ein optisch ansprechendes Resultat nocht immer am besten, dass sich all die Mühe auch wirklich gelohnt und man gemeinsam etwas Schönes zubereitet hat. Vor allem Gesichter und kreative Figuren sollen auf dem Teller sehr beliebt sein, haben wir gehört.

Das schlachtfeld aufräumen!

Ein unordentliches Zimmer muss irgendwann aufgeräumt werden. Das gilt genauso für eine Küche, in der Ihr das gemeinsame Essen zubereitet habt. Egal, ob vor oder nach dem Essen: Was dreckig gemacht wird, macht man auch wieder sauber. Das ist übrigens auch eine gute Regel.

Gemeinsam genießen!

Nach dem Kochen kommt das Essen. IMMER.