Kulinarische Geschichten – die beste Pizza?

Wenn ich zurück in meine Heimatstadt Rom fahre, dann gibt es zwei Dinge, auf die ich mich ganz besonders freue: pizza al taglio – die typisch römische Pizza vom Blech – und supplì, in Öl ausgebackene, panierte Reiskroketten mit einem geschmolzenen Mozzarellakern. Einfach nur göttlich. Diese Art von Pizza gibt es in den unzähligen Imbissen der Stadt oder auch in größeren Bäckerläden. Sie wird recht dünn in großen rechteckigen Blechen gegart und mit allen möglichen Leckereien belegt.

Pizzarium: ein kleines Paradies für Pizza-Feinschmecker

Seit einigen Jahren gibt es in Rom ein kleines Paradies für (Pizza-) Feinschmecker: das Pizzarium. Der klitzekleine Stehimbiss in einer unspektakulären Straße unweit des Vatikans und dessen Besitzer Gabriele Bonci sind mittlerweile weit über die römischen und italienischen Grenzen hinaus bekannt, zählt doch seine Sauerteig-Pizza zu den besten der Stadt. So ein Feinschmecker-Produkt hat allerdings seinen Preis, die Pizza ist wahrlich nicht günstig (12 bis 40 Euro das Kilo, je nach Belag), aber als Pizza-Fan sollte man sich eine kleine Variation bei Pizzarium nicht entgehen lassen. Bei großem Hunger kann es allerdings teuer werden.

Die Schlange vor dem kleinen Laden ist riesig

Der Laden ist so klein, dass sich zur Mittagszeit und abends eine lange Schlange bis auf die Straße bildet. Tische gibt es keine, man isst die Pizza meist auf der Straße im Stehen. Kein besonderer Komfort, aber der Gaumen kommt auf keinen Fall zu kurz.

Die Sauerteigpizza gibt es in unzähligen Sorten

Der Maestro, so wird Bonci mittlerweile genannt, verwendet für seine Pizza nur Biomehl und beste Zutaten für den Belag. Durch den Sauerteig ist sie besonders gut bekömmlich. Beim Belag bevorzugt Bonci Kombinationen aus der traditionellen römischen Küche, experimentiert aber auch gerne mit anderen italienischen Spezialitäten. So gibt es klassische Sorten, wie Kartoffel-Rosmarin oder Tomaten-Knoblauch, aber auch edle Varianten mit Trüffel, Lachs oder Bottarga.

Hier nur ein paar Beispiele der Pizza-Vielfalt:

  • Löwenzahngemüse (in Öl, Knoblauch und Peperoncino angebraten) mit Parmaschinken
     
  • Burrata, friggitelli (kleine grüne Bratpaprika aus Süditalien) und Nduja (eine sehr scharfe, streichfähige Wurst aus Kalabrien)
     
  • Mortadella auf Bohnencreme
     
  • Kürbis, Zwiebeln und Rosmarin
     
  • Ricotta, Parmesan und Lardo
     
  • Ricotta, Rosmarin und Ciauscolo (eine streichfähige Salami aus den Marken)
     
  • Zucchiniblüten, Mozzarella und Sardellen

 

 Auch bei den Supplì ist Bonci ein Meister. Sein Rezept mit klassischer Bolognesesauce und Mozzarella ist ein Gedicht.

Es gibt in der Stadt, auch in zentralerer Position, hervorragende Pizza, die jeden begeistern wird und den Geldbeutel nicht so strapaziert, echte Feinschmecker pilgern aber trotzdem gerne zum Pizzarium.

Mein Tipp: Bei einem Rombesuch dürfen pizza al taglio und supplì nicht fehlen. Und wenn man eh in der Nähe ist, sollte man auf jeden Fall beim Pizzarium reinschauen:


Pizzarium
Via della Meloria 43 (U-Bahn-Station „Cipro”)
Nur mittags und abends geöffnet. Sonntag Ruhetag

 

Alexandra Panella