Schon die Anfahrt ist ein Zauber

Mauro ist der Beste

Eine halbe Stunde geht es mit dem Boot durch die Lagune von Grado, durch kaum metertiefes Wasser, die Bugwellen schwappen ans schlammige Ufer. Man ahnt schon fast den Fischreichtum unterm Kiel, denn in der Lagune trifft man sich zum Fressen und Gefressen werden – für jene fischigen Glückspilze an der Spitze der Nahrungskette ist das sauerstoffreiche Wasser wie ein Club Med mit Dauer-Büffet.

Bootsfahrt zur exklusiven Lage

Die Lagune von Grado ähnelt jener, ein paar Kilometer weiter westlich, von Venedig, bloß wurde hier nichts mit Kirchen und Palazzi zugebaut und alles der Natur überlassen. Hier und da stehen ein paar Fischerhütten aus Schilf, und das war’s. Und mittendrin liegt Mauros Restaurant, das offiziell "Ai Ciodi" heißt, aber diesen Namen kennt nur das Gewerbeamt. Man geht einfach zu "Mauro". Das Restaurant ist exklusiv, weil man nur auf per Boot dorthin kommt (man kann in Grado auch ein Taxiboot mieten), und zugleich bodenständig, weil man schon wegen der logistisch komplizierten Insellage auf schmückendes Beiwerk verzichtet. Biergartenbänke, Papierservietten, Hauswein. Auf den Teller kommt, was Mauro und seine Söhne am Morgen aus der Lagune gefischt haben.

"Was essen wir heute?", fragt Mauro und zählt mit Hingabe auf, was am Vormittag in der Küche gelandet ist. An den langen Tischen gibt es ein klassisches Gradeser Gericht: Nudeln mit Granso poro, ein großer Taschenkrebs. Dazu werden Hammer und Brett serviert, denn die Scheren können nicht anders als mit roher Gewalt aufgebrochen werden. Ein Spaß für die ganze Familie.

Adresse

Laguna di Grado, Mai-Okt, www.portobusoaiciodi.it, Tel. 335 752 22 09