Woher stammt die italienische Küche?

Tomate, Mozzarella und Basilikum – fertig sind die Trikolore Italiens und die Pizza Margherita. Doch welche Gewürze und Kräuter haben neben Basilikum ihren festen Platz in der italienischen Küche und wie werden sie verwendet?

Gewürze dienen seit jeher vielfältigen Zwecken: der Konservierung, der Anregung des Appetits und der Verdauung oder der Intensivierung des Geschmack. Viele der in der Küche eingesetzten Kräuter haben Heilwirkungen und werden bis heute als Arzneien verwendet. Die ursprüngliche Heimat vieler exotischer Gewürzpflanzen liegt in den Tropen wie den Gewürzinseln im Pazifik. Die europäische Heimat vieler Küchenkräuter ist der Mittelmeerraum mit seinem milden Klima und vielen Sonnentagen. Da verwundert es nicht, dass die Küchen der Länder im Mittelmeerraum besonders bekömmlich sind. Jede Menge frisches Gemüse, Oliven und frische Kräuter, von denen die meisten Heilwirkungen haben. Das bekommt Körper und Geist.

Mediterrane Küche – gesellig und gesund

Seit 2010 ist die mediterrane Küche auf Initiative der Länder Spanien, Griechenland, Italien und Marokko immaterielles Kulturgut der UNESCO. Das ist beileibe nicht nur Marketing, denn die Koch- und Essgewohnheiten des Mittelmeerraums haben nachweislich gesundheitsfördernde Wirkungen. Viel Oliven und Olivenöl, frisches Gemüse, Knoblauch und frische Kräuter, Weingenuss zum Essen und das gemeinsame Tafeln mit Familie und Freunden schaffen Gastlichkeit, Austausch, Unterstützung und Kreativität. Mit welchen Gerichten auch Ihr in den Genuss aller Vorzüge der italienischen Küche gelangen könnt, erfahrt Ihr in unserer Rezeptsammlung Italienische Klassiker.

Die Erfindung der italienischen Küche

Zwischen der Lombardei und Apulien liegen tausend Kilometer. Auch klimatisch ist das ein großer Unterschied. Lombardisches Geschnetzeltes mit Polenta und gefüllte Tintenfische aus Sizilien – ein größerer Unterschied ist kaum vorstellbar. Ihr ahnt es: Angesichts der geballten Vielfalt auf dem italienischen Stiefel kann es eine einzige italienische Küche gar nicht geben.

Das erste Kochbuch der italienischen Küche

Charakteristisch für Italien sind viele verschiedene Regionalküchen. Neben klimatischen Unterschieden liegt diese Vielfalt in der Geschichte. Die spät erfolgte politische Einigung Italiens unter der Herrschaft der Savoyer aus dem Piemont war eine oberflächliche. Jede Region behielt ihren Dialekt und ihre Küche bei. Ein Zusammengehörigkeitsgefühl als Nation entwickelte sich in vielen kleinen Schritten. Einer dieser Schritte erfolgte in der Küche. Im Jahr 1891 veröffentlichte der Florentiner Händler Pellegrino Artusi sein Kochbuch „Von der Wissenschaft des Kochens und der Kunst des Genießens“ („La scienza in cucina e l’arte di mangiar bene“). Darin versammelte der Feinschmecker Rezepte aus den verschiedenen Traditionen des Landes. Die Rezepte sammelte er auf Geschäftsreisen, er erhielt sie von Freunden oder seine Leser sandten ihm diese zu. Das Kochbuch wurde zu einer kulinarischen Landkarte Italiens. Es wurde ein Bestseller: Noch zu Artusis Lebzeiten legte man es 15 mal auf.